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Mi, 22.Mär 2017

Mi, 22.Mär 2017

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Utl.: Wo Österreich drauf steht, muss Österreich drinnen sein –

Sicherheit nur durch einheitliches Qualitätsgütesiegel gegeben =

 

Wien (OTS) - „Wir behandeln hier ein Thema, das bewusst bedeckt gehalten wird“, kommentierte Team Stronach Agrar- und Wirtschaftssprecher Leo Steinbichler den brasilianischen Rindfleischskandal im Zuge einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Team Stronach Klubobmannstellvertreterin Waltraud Dietrich. „Nur regional und saisonal ist ideal und nicht industriell verarbeitete Ware, wo mit Etiketten die heile Welt draufprojiziert wird. Wir brauchen einen fairen, regionalen Markt“, erinnerte Steinbichler an seine Forderung nach einem einheitlichen Qualitätsgütesiegelgesetz.

 

Mittlerweile finden sich nur noch 38 Prozent österreichisches Fleisch in den Supermarkt-Regalen und Küchen. „Wo ist denn der behauptete Überschuss?“, fragte Steinbichler und erhob gleichzeitig den Vorwurf an die österreichische Agrarpolitik, „das echte Zahlen nicht auf den Tisch kommen.“ Dafür würde in ganz Österreich quer durch alle Geschäfte Rindfleisch aus Argentinien und Brasilien angeboten. „Dem Käufer wird vorgegaukelt, dass er gesundes, saftiges Fleisch kauft, von Kühen die auf riesigen Weiden frei herumlaufen“, so Steinbichler. Die Realität sehe aber anders aus. „Die Rinder werden zusammengepfercht in riesigen Herden, mit Hormoncocktails gefüttert.“ Jeweils rund 18.200 Tiere gleichzeitig werden dann „auf eigenen Kreuzfahrtschiffen“ nach Europa gebracht.

 

Nur noch bei 13 Prozent des Frischfleisches und bei drei bis vier Prozent der verarbeiteten Fleisch-Produkte lasse sich die Herkunft nachweisen, von 1000 Rindern, die z.b in einem österreichischen Schlachthof geschlachtet werden, kommen 900 aus dem Ausland. „Irgendwann wird dann daraus österreichisches Fleisch, nur weil die Tiere hier geschlachtet wurden“, mahnt der Team Stronach Mandatar. Der Konsument brauche Gewissheit, „deshalb fordern wir die sofortige Einführung des Qualitätsgütesiegelgesetzes. Außerdem eine Herkunftsbezeichnung in der Gastronomie, damit der Konsument weiß, was er auf dem Teller hat!“

 

Das gelte auch für die internationalen Gäste, die Österreich wegen der hervorragenden Luft- und Wasserqualität und Kulturlandschaft besuchen und „die glückliche Rinder auf den Weiden vor ihren Augen haben, aber am Teller Importfleisch serviert bekommen“, mahnte Steinbichler und weiter: „Wo Österreich draufsteht, muss auch Österreich drinnen sein!“ Man spreche von Exportnotwendigkeiten und „vergisst dabei ganz, dass die Ernährungssouveränität in Österreich nicht mehr gegeben ist“, warnte Steinbichler.

 

Gammelfleisch ist ein Thema, das jeden Österreicher betrifft“, mahnte Dietrich, denn „Viele wollen sich gesund ernähren, werden aber beim Einkauf durch Skandale und unklare Bezeichnungen verunsichert“. Angesichts der massiven Fleischimporte bleiben aber immer mehr bäuerliche Betriebe auf der Strecke. „Der heimische Landwirt stirbt leise“, so Dietrich.

 

Als Grund dafür sieht die Team Stronach Mandatarin die falsche Agrarpolitik: „Man hat den Bauern Sand in die Augen gestreut; erst beim EU-Betritt und dann beim Ende des Milchkontingents“. Doch für Dietrich haben die vielen bäuerlichen Familienbetriebe nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft. Dazu will sie die Konsumenten durch mehr regionale Produkte als Partner für die Bauern gewinnen.

 

Gab es 1970 noch rund 400.000 landwirtschaftliche Betriebe in Österreich, sind es aktuell nur noch etwa 160.000. „Wenn diese nicht von der Politik unterstützt werden – etwa durch Bürokratieabbau – dann sind sie nicht mehr wettbewerbsfähig“, warnte Dietrich. In Folge würden dann immer mehr Almen nicht mehr bewirtschaftet und freie Flächen wieder verwachsen „mit Nachteilen auch für den Tourismus, der ohne Bauern nicht leben kann!“, erklärte Dietrich.

 

Mittlerweile sei aber auch die Weidewirtschaft mit der Diskussion über die Anbindehaltung infrage gestellt. „Dieses System hat Generationen überdauert und soll auch in Zukunft möglich sein“, forderte Dietrich. Zugleich warnte sie vor falsch verstandenem Tierschutz der letztlich dazu führe, dass Bauern geklagt werden, wenn Wanderer von den freilaufenden Kühen verletzt werden. „Wenn die Politik immer nur neue Auflagen findet, werden auch die letzten Milchbauern aufhören!“, warnte Dietrich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                      

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